Sabrina Pfützner

Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin

Ein Interview

© Sabrina Pfützner

Frau Pfützner, warum Sind Sie Heilpraktikerin geworden?

Frau Pfützner: Heilpraktikerin zu sein ist eine tolle Sache, die mich immer wieder begeistert und ausfüllt. Ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein, auch wenn er nicht immer ganz einfach war und ich in meiner täglichen Arbeit auch immer wieder an meine persönlichen Grenzen komme.
Heilpraktikerin bin ich geworden, weil mich die klassische Homöopathie fasziniert hat und ich immer wieder erstaunt war, was alles möglich ist. Diese Faszination hat mich dazu gebracht, meinen Beruf aufzugeben und ein Studium der klassichen Homöopathie anzufangen. Das ich mich mit diesen Fähigkeiten als klassische Homöopathin dann auch mit einer eigenen Praxis selbstständig machen möchte, stand für mich schon bei Beginn des Studiums fest. Damit war klar, ich werde Heilpraktikerin.

Wie sind Sie zur klassischen Homöopathie gekommen?

Frau Pfützner: Zur Homöopathie bin ich über den Umweg über meine Katzen gekommen. Eines Tages war unser Kater sehr krank und wir mussten mit ihm zum Tierarzt. Der konnte jedoch nicht genau sagen was dem Kater fehlt und empfahl ein Antibiotikum, gab eine Cortisonspritze und ein Schmerzmittel. Nach drei Tagen sollte der Kater laut Tierarzt wieder fit sein. Zwei Tage später hatte sich sein Zustand allerdings so rapide weiter verschlechtert, dass ich mir große Sorgen machte. So besuchten wir ein zweites Mal den Tierarzt. Dieser schien uns ziemlich ratlos. Einer seiner Sätze begann mti: „Wir könnten versuchen….“

Einen Versuch wollten wir allerdings nicht, sondern wir wollten, dass dem Tier endlich geholfen wird.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich eine Homöopathin kennengelernt, die ich in meiner Verzweiflung anrief. Sie bestellte mich zur Anamnese und gab mir 2 verschiedene homöopathische Mittel mit. Von dem einen sollte der Kater gleich etwas bekommen, das andere später. Gesagt, getan!

Am nächsten Morgen traute ich meinen Augen nicht…. Der bis zum Abend noch wirklich sehr kranke Kater saß in der Küche und wartete auf sein Futter. Weder von Heiserkeit noch Husten, Würgreiz oder schlechtem Allgemeinstand war noch etwas zu bemerken.

Ich konnte es kaum glauben! Ich war so fasziniert, verwirrt und komplett „von den Socken“, dass ich das erste Mal bewusst die Möglichkeiten der Homöopathie wahr genommen habe.

Sein Zustand verschlechterte sich übrigens zum Abend noch einmal minimal und ich musste noch einmal die Arznei wiederholen. Dann war alles ausgestanden und dem Katertier ging es wieder gut.

Später gab es noch einmal ein ähnliches Erlebnis, welches mich dann vollständig davon überzeugte, dass die Homöopathie eine unglaublich tolle Sache ist, wenn mann denn weiß, wie man sie anwendet.

Daraufhin beschäftigte ich mich immer ofter und immer wieder mit der Homöopathie und begab mich auch selbst in eine homöopathische Behandlung.

Was begeistert Sie persönlich an der Homöopathie?

Als erstes finde ich immer wieder erstaunlich, was mit Hilfe der Homöopathie möglich ist. Die Homöopathie ist eine fast 200 Jahre alte Heilkunde, die noch – oder gerade heute gute Ergebnisse liefern kann.

Viel hängt hier davon ab, wie gut der Therapeut seinen Patienten beobachten und einschätzen kann und wie gut der Patient sich selbst beobachten und dem Therapeuten Auskunft darüber geben kann.

Der Name der Erkrankung spielt im Wesentlichen kaum eine Rolle – wichtig für den Homöopathen sind ganz allein die Symptome, die sich bei jedem Patienten ganz individuell zeigen und somit auch individuell behandelt werden sollten.
Wenn zwei Menschen die selbe Krankheit haben, heißt das nicht, dass sie auch das gleiche homöopathische Mittel bekommen, denn wie sich die Krankheit bei dem einzelnen Patienten äußert, kann durchaus unterschiedlich sein.

Zweitens finde ich es sehr hilfreich, das die homöopathischen Mittel so einfach und angenehm zu verabreichen sind. Gerade für Kinder ist das eine tolle Sache – keine bittere, nicht schmeckende Medizin mehr.

und drittens bin auch ich heute noch immer wieder überrascht, wie schnell und gut das passende, individuell verordnete Mittel einem Patienten eine Besserung seiner Symptome bringen kann.

Stimmt es denn, dass man an die Homöopathie glauben muss, damit die Therapie hilft?

Frau Pfützner: Nein, dass stimmt ganz sicher nicht. Wie Sie schon am Beispiel unseres Katers sehen können, ist das der Homöopathie völlig gleichgültig, ob man daran glaubt oder nicht. Das Tier wusste ganz sicher nicht, dass es daran glauben sollte, dass die kleinen Zuckerkügelchen ihn wieder fit machen.

Zu meinen Patienten gehören auch viele Säuglinge und Kleinkinder. Auch diese kleinen Patienten sind ein Beispiel dafür, dass man an die Homöopathie ganz sicher nicht glauben muss.

Was bieten Sie noch für Therapien an?

Frau Pfützner: Mit der Homöopahtie bin ich für die Behandlung meiner Patieten sehr gut aufgestellt.

Allerdings spielt sowohl die Ernährung als auch die persönliche Situation der Patienten in meinen Therapiekonzepten eine große Rolle. Was genau der einzelne Patient hier braucht, hängt genauso individuell von dem Patienten ab, wie das homöopathische Mittel.

Um effektiv helfen zu können, sichere ich meine Behandlungen mit Hilfe von Laborergebnissen (Blutbilder, Stuhlanalysen, Hormonstatus etc.) ab.

Wer sind Ihre Patienten, also wer kommt zu Ihnen in die Praxis?

Frau Pfützner: Zu mir kommen Patienten jeden Alters. Das Alter spielt für eine alternativmedizinische, klassisch homöopathische Behandlung überhaupt keine Rolle. Selbst Neugeborene zählen zu meinen Patienten, meine älteste Patientin war 92 Jahre alt.

Bei Patienten, die sich noch nicht oder nicht mehr selbst zu ihrem Gesundheitszustand äußern können, bin ich natürlich auf die Hilfe der Angehörigen angewiesen. Je besser und präziser die Informationen sind die ich erhalte, umso besser kann ich behandeln.

Selbstverständlich sind nach Vereinbarung auch Hausbesuche möglich.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Frau Pfützner: Mein Wunsch wäre es, dass die Zusammenarbeit mit den Ärzten besser funktioniert. Viele Ärzte haben sich mit der Homöopathie oder auch generell der Alternativmedizin und deren Möglichkeiten leider noch nicht auseinander gesetzt und sind daher nicht offen für diese Möglichkeiten.

Zum Wohle meiner Patienten wäre es wirklich eine tolle Entwicklung, wenn beide – der Schulmediziner und der Alternativmediziner – zusammen an einem Strang ziehen würde und auch Absprachen bezüglich der Medikation eines jeden Patienten eine ganz normale Sache wären. Dies gestaltet sich leider immernoch sehr schwierig. Das finde ich sehr schade!

Was ich mir noch wünschen würde ist, dass sich die Patienten generell mehr selbst für ihre Gesundheit interessieren und dafür auch die Verantwortung übernehmen – das fängt nämlich bei der Ernährung an. Im Bereich Ernährung kann jeder Mensch sehr viel zu seiner Gesunderhaltung beitragen.
Selbst Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen fällt vielen Menschen noch sehr schwer.

Was ist ihr Ziel mit Ihrer Arbeit – was möchten Sie erreichen?

Frau Pfützner: Mein Wunsch wäre es, dass die Alternativmedizin der Schulmedizin gleich gestellt ist und der Patient frei wählen kann, weil beide Leistungen von den Krankenkassen bezahlt werden.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und ich werde mit guter Arbeit meinen Teil dazu beitragen möglichst viele Menschen von den Möglichkeiten und Ergebnissen der Alternativmedizin zu überzeugen, damit der Wunsch nach Gleichstellung in der Bevölkerung immer lauter wird und das Ziel der Gleichstellung eines Tages erreicht werden kann.

 

Kurzer Lebenslauf:

  • verheiratet
  • 1 Sohn, 1 Enkelkind
  • lebt mit Mann, Katzen in Berlin
  • gelernter Beruf: Bauzeichnerin
  • Umschulung zur Webdesignerin
  • Buchhaltungskurse
  • selbstständige Tätigkeit seit 2005
  • nebenberufliche Ausbildung zur Heilpraktikerin
  • Ausbildung in klassicher Homöopathie 2009
  • Heilpraktikerin seit 2011
  • 3 jähriges Studium der klassichen Homöopathie an der Clemens von Bönninghausen-Akademie Wolfsburg
  • verschiedene Weiterbildung in klassischer Homöopathie
  • 1,5 jähriges Studium zur erlangung der fachkompetenz für holistische (ganzheitliche) Gesundheit (Ernährungsberatung)