Stress – was ist das überhaupt?

Stress… die Definition:

Stress
Substantiv, maskulin [der]
– erhöhte körperliche oder seelische Anspannung, Belastung, die bestimmte Reaktionen hervorruft und zu Schädigungen der Gesundheit führen kann

Wann entsteht Stress?

  • Stress entsteht im Grunde immer dann, wenn man einer Situation oder einer Aufgabe nicht gewachsen ist. Er entsteht auch dann, wenn wir glauben, dieser Situation oder Aufgabe nicht gewachsen zu sein.
  • Stress entsteht ebenfalls, wenn wir zu versuchen, zu viele Termine in einem zu kurzen Zeitraum unterzubringen.

Ein uralter körpereigener Mechanismus soll uns helfen, uns im Falle einer „Gefahr“ fit zu machen, um die Situation in einem für uns positiven Sinn zu klären.

Bei Gefahr reagiert der Körper blitzschnell. Die „Verarbeitung“ von stressenden Impulsen funktioniert im Bruchteil vom Sekunden. Innerhalb kürzester Zeit wird analysiert, ob diese oder eine ähnliche Situation bereits bekannt ist und als „Gefahr“ eingestuft werden muss. Als Folge davon werden dann Stresshormone ausgeschüttet, die uns befähigen schnell auf diese Situation zu reagieren.

Schon ein einziger Gedanke genügt – Sätze wie: „…das schaffe ich nicht“, „…das kann ich nicht“, „…das hätte mir nicht passieren dürfen“, „…ich habe einen Fehler gemacht“, „…die Zeit ist viel zu kurz“, „… was wird da von mir verlangt – oder erwartet?, dem kann ich niemals gerecht werden!“ …. oder ähnliche Gedanken lösen diese hormonelle Reaktion aus.

Stress durch Über- oder auch Unterforderung

Im allgemeinen geht man davon aus, dass Stressreaktionen durch eine Überforderung entstehen, dem ist aber nicht so. Auch eine Unterforderung kann zu Stresssymptomen führen. Die permanente Unterforderung löst durch Gedanken, gefolgt von Gefühlen ebenso eine körperliche Reaktion aus.

Stressauslöser

Die Auslöser für Stress sind sehr vielfältig.

Kurzfristige Gefühle wie: Zorn, Wut, Ärger, Angst, Panik lösen Stress ebenso aus wie ein lang andauernder Kummer, Sorgen um Familie, Zukunft, Finanzen oder ein dauerhaft bestehender Termindruck. Auch Mobbing oder Scham können ein Auslöser sein. Auch rein körperliche Dinge wie ein heftiger, längerer Husten oder eine dauerhaft falsche Ernährung versetzen den Körper in ein Stresssituation.

Reaktionen des Körpers auf Stress

Wie bereits angedeutet, ist das Gehirn in der Lage, eine Situation in kürzester Zeit zu analysieren. In der Geschichte der Entwicklung der Menschheit war dieser Mechanismus unabdingbar. In vielen Situationen galt im Bruchteil einer Sekunde es zu entscheiden: Flucht oder Angriff?!

Die körperliche Reaktion auf einen Stressauslöser ist eigentlich immer die gleiche: In einer Gefahr wird alle zur Verfügung stehende Energie gebündelt und der  Körper mit aller zur Verfügung stehenden Kraft und Energie versorgt, damit Flucht oder Angriff möglich sind.
In den früheren Jahren der Menschheitsgeschichte war dieser Mechanismus ÜBERLEBENSWICHTIG.
Nur so war es möglich, Gefahren zu entkommen und das Überleben der Menschheit zu sichern.

Heute läuft die gleiche Stressreaktion immer noch ganz genauso ab!

Verlorgen gegangen ist jedoch fast immer das Gefühl für diese Situation. Die körperliche Reaktion geht in einem „ICH MUSS“ regelrecht unter! Es ist allerdings auch nicht mehr nötig, sich zwischen Flucht und Angriff zu entscheiden, da der Gegner im Normalfall KEIN ausgewachsener Säbelzahntiger mehr ist. Oft wird daher die durch den Stressauslöser bereitgestellten Energie mehr benötigt und schon garnicht mehr abgebaut. Die nun angeflutete Energie kann sich nicht mehr „entladen“ und richtet sich nun gegen den eigenen Körper.
Bei kurzen Stresssituationen kann sich die Energie im laufe der Zeit auch wieder abbauen. Bei „Daueralarm“ dagegen werden über kurz oder lang ernste gesundheitliche Schäden entstehen, zum Beispiel:

  • Hoher Blutdruck
  • Verdauungsbeschwerden
  • ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt
  • Spannungskopfschmerzen
  • Depressionen
  • Migräne
  • Zyklus- und sexuelle Störungen
  • allgemeine Übersäuerung des Körpers mit Folgeerkrankungen
  • ein geschwächtes Immunsystem mit gehäuften Infektionskrankheiten
  • Erkrankungen auf der Grundlage von chronischen Entzündungen

Ständiger Stress macht krank

Dauerstress ist ein Risikofaktor unsere Gesundheit. Dies ist eine Tatsache, für die es schon seit Jahrzehnten wissenschaftliche Belege gibt.
Bereits im Jahr 2012 konnte eine schottische Forschergruppe anhand von Langzeitstudien belegen, dass selbst leichte stressbedingte Symptome die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, an einer durch Stress bedingten Erkrankung zu sterben. Starke stressbedingte Symptome führten sogar einem höheren Risiko, an Krebs zu erkranken und zu sterben.