Sprue / Zöliakie

Zöliakie – Sprue – was verbirgt sich dahinter?


Urheber: <a href=’http://de.123rf.com/profile_netsay‘>netsay / 123RF Lizenzfreie Bilder</a>

„Bei der Zöliakie (Einheimische Sprue, gluteninduzierte Enteropathie) handelt es sich um als autoimmun bedingt eingestufte Erkrankung. Bei der Entsteheung spielen aber auch erbliche Faktoren, Umwelteinflüsse und die Ernährung eine Rolle.
Durch eine Fehlreaktion des Immunsystems in Folge einer chronischen Entzündung wird der Dünndarm stark geschädigt und es kommt zur Atrophie (Rückbildung) der Darmzotten. Daraus resultiert die Verringerung der Darmoberfläche und Nahrungsmittel können nicht mehr richtig verwertet bzw. aufgenommen werden. Durch die Mängel an Vitalstoffen (Spurenelementen, Vitaminen, Mineralstoffen) die nun entstehen können, entwickeln sich oft weitere Beschwerden und Erkrankungen.
Die Erkrankung wird durch das in Getreide vorkommende Klebereiweiß Gluten (siehe auch „Warum Gluten für Niemanden gesund ist„) ausgelöst wird. Bei disponierten Personen führt die Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln zu einer Immunreaktion im Darm mit anschließender chronischer Entzündung und Rückbildung der Dünndarmzotten (Atrophie) mit der Folge von Maldigestion und Malabsorption.

Daraus resultieren eine Reihe von unterschiedlichen Symptomen und Befunden, z. B.

  • Durchfälle / Verstopfung
  • Gewichtsabnahme
  • Bauchschmerzen
  • heftige Blähungen und Auftreibung des Bauches
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit / ständiges Hungergefühl
  • Schwäche / Müdigkeit / Abgeschlagenheit
  • Krankheitsgefühl
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Verzögerte Pubertät
  • Anämie (durch Eisenmangel)
  • Osteoporose
  • diverse Nährstoffdefizite
  • Ödeme durch Eiweißmangel
  • Früh- oder Fehlgeburten
  • Unfruchtbarkeit (beim Mann)
  • erhöhte Leberwerte
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Gefühlsstörungen / Gangstörungen durch Nervenschädigungen

Weiter können auftreten

  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Hashimoto Thyroiditis
  • Psoriasis
  • andere dermatologische Krankheiten

Weiterhin können einige psychiatrische/neurologische Erkrankungen mit der Zöliakie in Zusammenhang gebracht werden.
Es besteht ein erhöhtes Risiko für Tumore im Darmbereich und auch für das nodale Non-HodgkinLymphome (im Vergleich zu Nichterkrankten).

Der genaue Mechanismus der schädigenden Wirkung von Gluten auf die Dünndarmschleimhaut ist trotz intensiver Forschung noch nicht eindeutig geklärt. Nachgewiesen werden konnte jedoch, dass eine erbliche Veranlagung Voraussetzung für die Entwicklung der Zöliakie ist. Auch der Zeitpunkt der ersten Glutenaufnahme und die zugeführte Menge an Gluten sowie gleichzeitiges Stillen scheinen auf die Entwicklung einer Zöliakie Einfluss zu nehmen.

Schon die geringe Menge von 1/8 Gramm Weizen kann den Dünndarm schädigen und Beschwerden auslösen.

Die Anzeichen und Symptome der Zöliakie können stark variieren.

Die klassischen Anzeichen einer Zöliakie sind Durchfall und Gewichtsverlust. Allerdings zeigen die meisten Menschen mit Zöliakie nur wenige oder keine Verdauungsprobleme, Anzeichen oder Symptome.
Nur bei etwa ein Drittel der Menschen mit Zöliakie leidet auch unter Durchfall und etwa die Hälfte leidet unter ungewollter Gewichtsabnahme.*

„Zwanzig Prozent der Menschen mit Zöliakie haben Verstopfung, und 10 Prozent sind fettleibig.

Zusätzlich zu Verdauungsproblemen, zeigen sich auch andere Anzeichen und Symptome der Zöliakie:

  • Anämie, in der Regel durch Eisenmangel
  • Knochenschwund (Osteoporose) oder Erweichung der Knochen (Osteomalazie)
  • Itchy, blistery – Hautausschlag (Dermatitis herpetiformis)
  • Schäden an Zahnschmelz
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit
  • Verletzungen des Nervensystems, einschließlich Taubheit und Kribbeln in den Füßen und Händen, und mögliche Probleme mit dem Gleichgewicht
  • Gelenkschmerzen
  • Statt Funktionieren der Milz (Hyposplenie)
  • Acid Reflux und Sodbrennen


Kinder:
 
Etwa 75 Prozent der Kinder mit Zöliakie sind übergewichtig oder fettleibig. Digestive Anzeichen und Symptome stellen sich bei etwa 20 bis 30 Prozent der Kinder ein, obwohl die genauen Anzeichen und Symptome auch noch vom Alter abhängig sind.
Bei Säuglingen sind typische Anzeichen und Symptome der Zöliakie:

  • Chronischer Durchfall
  • Geschwollene Bauch
  • Schmerz
  • Gedeihstörung oder Gewichtsverlust

Ältere Kinder können erleben:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Kleinwuchs
  • Verzögerte Pubertät

Neurologische Symptome, einschließlich Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Lernstörungen, Kopfschmerzen und mangelnde Koordination der Muskeln.“
Quelle: http://ec.vitaba.com/zoliakie


Diagnose

Nachweis von HLA-DQ2 (ca. 95%) und HLA-DQ8 (ca. 4,5%)
HLA = Histokompalibitätsantigene
HLA-DQ2 und HLA-DQ8 sind Gene im HLA Genkomplex auf dem Chromosomen Nr.6  und sind genetische Marker, mit denen einen Zöliakie nachgewiesen werden kann. Beim Fehlen dieser Gene kann eine Zöliakie mit 99%iger Sicherheit ausgeschlossen werden.
Diese Gene kommen allerdings auch bei 25% der gesunden Bevölkerung vor. Sie sind Voraussetzung aber nicht Ursache der Zöliakie.

Gewebstransglutaminase-IgA-Antikörper
Gesamt-IgA
IgG

Nicht jedes Glutenproblem ist eine Zöliakie

Sollten Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen eine Zöliakie, eine Glutensensitivität oder Weizenallergie vorliegen könnte, lassen Sie sich bitte zuerst daraufhin testen, bevor Sie Ihre Ernährung umstellen.

Ein Glutenproblem kann nur nachgewiesen werden, solange Sie das Gluten noch zu sich nehmen, da sich der Darm unter Umständen schnell erholt. Es kann jedoch nötig sein, die Dianose bei Ihrer Krankenkasse oder anderen Institutionen belegen zu können.

 

Quellen: http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=print&sid=1011, DGZ – deutsche Gesellschaft für Zöliakie (http://www.dzg-online.de/homepage.1.0.html), http://www.dzg-online.de