Nebennierenschwäche

Nebennierenschwäche – oder Erschöpfung 

Sind die Nebennieren Schuld an meiner Müdigkeit?

© Shutterstock.com, 2016

(adrenal fatique – oder auch Hypoadrenie – lat.  Hypo = unter/drunter, ad = zu, ren = Niere; adrenal bedeutet die Nebennieren betreffend) ist eine Erkrankung, die in der heutigen Zeit immer mehr zugenommen hat und weiterhin zunimmt.
Hypoadrenie bezeichnet also die mangelhafte Funktion der Nebennieren.

Die Nebennieren (auch Stressdrüsen genannt) haben die Funktion, dem Körper bei der Bewältigung stressiger Situationen zu helfen. Sie steuern sehr viele hormonelle Vorgänge im Körper und sorgen dafür, dass der Körper angemessen mit (für den Körper) stressigen Situationen umgehen kann.
Dazu zählen sowohl positiver als auch negativer Stress, körperliche Belastungen, psychische Anstrengungen, die Verarbeitung von Traumen, Verletzungen, Krankheiten, bis hin zu Problemen in der Familie oder auf der Arbeit.

Die Nebennieren stellen Hormone zur Verfügung, die den gesamten Körper und somit auch unsere gesamte Lebensweise beeinflussen. Diese beiden kleinen unscheinbaren und völlig unterbewerteten Drüsen steuern bedeutende Vorgänge im Körper. Sie signalisieren je nach Situation entsprechend Rückzug, Kampf oder Aufgabe. In Zeiten der Jäger und Sammler ein schier unverzichtbares Organ!
Jede einzelne Körperzelle reagiert darauf und letztendlich merken wir das im gesamten Körper an der Reaktion, die unterbewusst in sekundenschnelle in Gang gesetzt wird. Wir entscheiden blitzschnell, wie wir in bestimmten Situationen entscheiden – nämlich mit Resignation, Wut oder Argumentation – im ungünstigsten Fall auch mit Aggression.

Cortisol – das Hormon, das von den Nebennieren ausgeschüttet wird, ist in viele Stoffwechselvorgänge des Körpers eingebunden und ist somit ein lebenswichtiges Hormon. Es reguliert auch unsere Energie, die wir tagtäglich zur Verfügung haben und nimmt ,wie schon erwähnt, Einfluss auf nahezu jede Körperzelle. Damit steuert es zum Beispiel den Blutzucker, den Eiweißstoffwechsel, den Knochenstoffwechsel und hat auch Auswirkungen auf das Immunsystem.

Die Überfunktion der Nebennierenrinde kann somit zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, zu Hunger, Schlaflosigkeit, Muskelschwäche, Knochenschwund und zu häufigen Infekten führen.

Eine Unterfunktion dagegen kann z.B. zu Natriummangel, Übelkeit, Schäche, Energielosigkeit und Müdigkeit, zu Muskelschwäche, zu Gelenk- Muskel- und Kopfschmerzen sowie typischerweise einer erniedrigten Körpertemperatur und somit zu einem schnelleren Frieren des Patienten.

Die Ursachen für die Nebennierenschwäche – oder Erschöpfung (je nach Stadium der Erkrankung), die sich in Ausnahmefällen bis hin zur Nebenniereninsuffizienz weiterentwickeln kann, sind vielfältig und oft eine Verkettung von mehreren Faktoren.

Faktoren, die die Nebennieren beeinflussen sind zum Beispiel:

  • immer wiederkehrende oder dauerhaft anhaltende Stresssituationen, wozu sowohl emotionaler, psychischer als auch physischer Stress zählen
  • Allergien
  • Überanstrengungen
  • Rauchen
  • permanenter oder häufig auftretender Schlafmangel
  • schlechte Ernährung (Mangel an frischer Nahrung)
  • Zucker und Weizenmehlprodukte
  • Kaffee/Koffein
  • zuwenig oder zuviel Bewegung (z.B. übermäßiger Sport)
  • Medikamenteneinnahme über längere Zeiten
  • Ehekonflikte
  • Traumen (Unfälle, Tod von geliebten Menschen oder auch Tieren)
  • Ängste (um die Gesundheit, die Zukunft, die finanzielle Lage, das Haus/die Wohung etc.)
  • unfreiwillige Arbeitslosigkeit
  • negative Lebenseinstellung, negative Überzeugungen
  • zu wenig Entspannung, Freude, Spaß, Lachen
  • Umweltgifte/ Medikamente/ Schwermetalle (Amalgam, Blei etc.)/ Strahlungen (W-Lan, Handy etc.)
  • akute und chronische Infektionen
  • Entzündungen, Infekte, andere Erkrankungen

Die „akuten“ Hauptauslöser für eine Nebennierenschwäche bzw. -Erschöpfung können zum Beispiel sein:

  • länger bestehender Schlafmangel
    • langes Wachbleiben, auch wenn man müde ist
  • schlechte und unausgewogene Ernährung (Mängel an Vitalstoffen)
  • Essen und Trinken zur Stimulierung bei Müdigkeit (Missbrauch von Stimulanzien wie Kaffee, Tee, Alkohol, Drogen)
  • eine beständige Situation der Machtlosigkeit (Mobbingsituationen auf der Arbeit bzw. in Schule oder Ausbildungsstätte)
  • immer erreichbar sein wollen oder müssen (Handy und Internet sind immer griffbereit)
  • permenanentes sich selbst antreiben (Perfektionismus, Zwanghaftigkeit)
    • das Bestreben immer perfekt zu sein
  • permanente Lärmbelastung (ständig Radio oder Fernseher an, Musik auf den Ohren oder auch der Lärm in der Firma z.B. Großraumbüros)
  • eine längere Zeit, in der man sich in einer „Zwickmühlensituation“ befindet (Entscheidungen können oder wollen noch nicht getroffen werden)
  • ein anhaltender Mangel an Aktivitäten, die Spaß machen und gut tun
  • fehlende Erholungspausen (sich nichts GUTES gönnen (können))
  • Störungen im Schlaf-Wach-Rhytmus (Schichtarbeit, Gedankenandrang, Sorgen)
  • exzessiver Sport bzw. starke wiederholte oder andauernde körperliche Überlastung (Leistungssport)
  • Vergiftungen (Schwermetalle, Pestizide, Zahngifte)
  • akute bakerielle oder virale Infektionen/ Erkrankungen
  • Operationen
  • länger bestehende Entzündungen (auch Neurodermitis, Entzündungen im Darm oder anderen Organen)
  • Elektrosmog (W-Lan, Bluetooth, Telefon), Strahlenbelastungen (häufige Untersuchungen wie MRT, Röntgen etc.)

Wie entsteht eine Nebennieren- schwäche bzw. Erschöpfung?

Die Nebennierenschwäche kann sowohl nach akuten Situationen wie z.B. traumatischen Ereinissen, akuten Erkrankungen, Infekten und Operationen etc. entstehen, meist jedoch entwickelt sie schleichend und über einen langen oder zumindes längeren Zeitraum.
In für den Menschen schwierigen oder stressigen Zeiten reagiert der Körper mit einer erhöhten Ausschüttung des Hormons Cortisol. Wenn die Situation länger besteht, schafft die Nebenniere dieses Pensum nicht mehr und erschöpft sich. Die Folge ist, dass nicht mehr genügend Cortisol produziert wird. So kommt es zu einem dauerhaften Cortisolmangel durch eine Nebennierenschwäche.

Der Körper versucht diesen dauerhaften Mangel auszugleichen und greift auf die körpereignene Reserven zurück. Die Speicher sind leer und Sie sind erschöpft, schlapp und antriebslos.

Sind meine Nebennieren erschöpft?

© Shutterstock.com, 2016 

Anzeichen bzw. Symptome einer Nebennieren-Schwäche (NNS) bzw. Nebennieren-Erschöpfung (NNE):

  • morgens nicht aus dem Bett kommen
  • ständige Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf (von einigen Patienten wird die Müdigkeit oft vordergründig nicht (mehr) wahrgenommen, weil der Körper permanent angetrieben wird)
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Verlangen nach Salz oder salziger Nahrung
  • Lethargie (Mangel an Energie) – alles scheint eine lästige Pflicht zu sein!
  • Die Bewältigung der täglichen Aufgaben erfordert immer mehr Energie und eine immer größer werdende Anstrengung
  • nachlassende Libido
  • hohe Stressanfälligkeit (oft wird der Patient krank, wenn der Stress nachlässt)
  • Rücken- und/oder Muskelschmerzen
  • erhöhte Infektanfälligkeit, Entzündungsneigung
  • länger werdende Zeiten um sich von einer Krankheit, einer Verletzung oder einem Schock zu erholen
  • Schwindelgefühl nach schnellem Aufstehen
  • Unterzuckerung
  • Gewichtszunahme, Verdauungstörungen
  • Herzklopfen, Nervosität, Zittern
  • depressive Phasen, die ggf. auch immer länger anhalten (Depressionen)
  •  schwindende Empfindung von Vergnügen oder Glücksgefühlen
  • gesteigerte Menstruationsbeschwerden (ausbleiben der Regelblutung, unregelmäßige Periode, Beschwerden im Klimakterium)
  • die Symptome nehmen zu, wenn Mahlzeiten ausgelassen werden
  • Besserung der Beschwerden durch Liegen und Ruhephasen
  • unerklärbarer Haarausfall
  • das Denken ist nicht mehr so fokussiert, die Gedanken sind eher verschwommen, die Konzentration lässt nach
  • die Erinnerung funktioniert nicht mehr so gut
  • geringe oder geringer werdende Toleranzschwelle
  • vor 10 Uhr werden Sie nicht richtig wach, ein Energietief am Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr, nach dem Abendessen fühlen Sie sich besser
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • ständiges Frieren, niedrige Körpertemperatur
  • vermehrtes Verlangen nach Stimulanzien
  • Muskelverspannungen und Muskelkrämpfe

Mitunter geben auch äußerlich sichtbare Zeichen einen weiteren Hinweis auf die Nebennieren-Erschöpfung:

  • Fetteinlagerungen im Bereich des Oberbauches bei ansonsten oft eher schlanker Figur
  • Veränderungen der Haut (sehr trockene Haut, auffällige Blässe, bräunliche Verfärbungen)
  • unerklärbarer Haarausfall
  • Verdauungsstörungen/ Wechsel von Durchfall und Verstopfung

Wenn Sie sich in der Beschreibung einiger oder mehrerer der aufgeführten Symptome bzw. Zeichen wiederfinden, sollten Sie die Nebennierenschwäche auch bei sich in Erwägung ziehen.
Keines dieser Symptome allein – oder auch das vermehrte Auftreten der oben aufgeführten Symptome kann eine Nebennierenschwäche- oder Erschöpfung diagnostizieren. Hier helfen nur aussagekräftige Laboruntersuchungen, da auch in jedem Fall abgeklärt werden sollten, ob im Zusammenhang stehende Begleiterkrankungen bereits eine Rolle spielen.

Bei Fragen können Sie sich gern an mich wenden. Telefon: 030 – 81 03 49 89

Ihre Sabrina Pfützner – Heilpraktikerin

Quelle: www.endokrinologie.net, http://www.dr-neidert.de/nebennierenschwaeche-burnout/grundlagen-der-nebennierenfunktion/25-hormon/nebennierenschwaeche/281-nebennierenschwaeche-symptome, www.zentrum-der-gesundheit.de, www.naturheilpraxis-wurster.de