Leaky gut Syndrom

Was ist ein Leaky gut Syndrom?

pixabay.de

Unter einem Leaky gut Syndrom (kurz: Leaky gut) kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Permeabilität). Die Zell-zu-Zell-Verbindungen, die Tight junktions werden gelöst und so bekommt die Darmschleimhaut kleine Löcher, durch die dann Giftstoffe, Allergene und auch Krankheitserreger den Darm passieren können und in den Blutkreislauf gelangen, was wiederum zu Folgeschäden im Körper führt.

Dadurch werden Entzündungen in verschiedenen Organen begünstigt und die Entstehung von Allergien und Autoimmunerkrankungen gefördert.

Das Leaky gut Syndrom betrifft insbesondere den Dünndarm, weniger den Dickdarm.
Wenn die Schleimhautbarriere intakt ist, entlässt der Dünndarm lediglich die Vitalstoffe und Wasser in den Körper.

Symptome des Leaky gut Syndroms:

Als erstes ist hier zu erwähnen, dass ein Leaky gut nicht zwingend mit dem Auftreten von Verdauungsbeschwerden zusammen hängt.

Die Symptome können sein:

  • Allergien (Heuschnupfen)
  • häufige Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitiden)
  • häufige Mandelentzündungen (Tonsilitiden)
  • Gewichtsabnahme
  • Mangelsymptome

Ursachen eines Leaky gut Syndroms:

  • falsche Ernährung
    • daraus entstehen Vitalstoffmängel, die das LG begünstigen
  • Stress
    • daraus resultiert dann auch eine Milieuveränderung des Darms durch Übersäuerung
  • daraus resulitierende Dysbiose
    • daraus entsteht oft die Besiedlung mit Candida
  • Alkoholmissbrauch
  • Medikamente
    • in erster Linie Antibiotika
    • Acetylsalicylsäure
    • Entzündungshemmer
    • Cortison
    • Bestrahlung und Chemotherapie
  • Schwermetalle
    • Quecksilber
    • Blei
  • Infektionen des Verdauungstraktes
  • Nahrungsmittel -unverträglichkeiten oder -allergien (können Ursache und auch Folge eines Leaky gut sein)
  • andere Erkrankungen wie KPU/HPU (erhöhte Wahrscheinlichkeit)

Diagnose des Leaky gut Syndroms

  • Stuhlanalyse
    • Alpha 1 Antitrypsin
    • Zonulin
    • sekretorisches Immunglobulin A
  • Blutanalyse
    • Zonulin
  • Test auf Nahrungsmittelintoleranzen
    • Fruktoseintoleranz
    • Laktoseintoleranz
    • Glutenintoleranz
    • Histaminintoleranz

Zusammenhang zu Autoimmun – und anderen Erkrankungen

Mittlerweile ist der Zusammenhang zwischen einem Leaky gut Syndrom und dem Entstehen von Autoimmunerkrankungen bekannt und durch Studien belegt.
Insbesondere zu diesen Autoimmunerkrankungen besteht ein Zusammenhang:

  • rheumatoide Arthritis
  • Hashimoto Thyreoiditis
  • Autoimmunerkrankungen der Haut (Pemphigus, Lichen sclerosus, Lupus erythematodes, Vitiligo, Psoriasis)
    • auch zur Neurodermitis besteht in den meinsten Fällen ein Zusammenhang
  • Multiple Sklerose
  • Sarkoidose
  • Morbus Bechterew
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Collitis ulzerosa

Folgen eines Leaky gut können sein:

  • Rheuma
  • Psoriasis
  • Neurodermitis
  • Allergien, allergisches Asthma
  • Reizdarm
  • chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Diabetes Typ II
  • Zöliakie
  • Multiple Sklerose
  • Migräne und Kopfschmerzen
  • Autismus
  • Parkinson

Maßnahmen:

  • Aufbau der schützenden Schleimschicht, Regenerierung der Darmschleimhaut
  • Aufbau der Darmflora, Neubesiedlung des Darms mit den fehlenden „guten“ Darmbakterien
  • Darmreinigung
  • Schwermetallausleitung
  • Candidabehandlung
  • bei Bedarf: Enzyme (Verdauungsenzyme -> Bauchspeicheldrüse)
  • Bitterstoffe
  • Vitalstoffe
  • Entzündungshemmung
  • Entsäuerung
  • Anpassung der Ernährung

Dauer der Behandlung:

  • in der Regel mindestens 3 Monate – kann sich aber auch bis zu 1,5 oder sogar 2 Jahren hin ziehen, je nach Schwere der Störung

 

Quellen: Moderne Darmtherapie, Zentrum der Gesundheit, Seminare, Erfahrungen aus meiner Praxis