Erstreaktion/ Erstverschlimmerung?

… was bedeuten diese Begriffe?


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Jede Krankheit bringt bestimmte allgemeine und individuelle Symptome bei einem Kranken hervor.
Jedes geprüfte homöopathische Arzneimittel kann bestimmte Symptome heilen.

Eine gut ausgewählte homöopathische Arznei hat genau die Symptome im Wirkspektrum (Arzneimittelbild), die bei dem Patienten vorliegen.

Vielen Menschen haben bereits von der homöopathischen Erstverschlimmerung gehört. Was hat es damit auf sich?

Als erste Reaktion auf ein homöopathisches Mittel kann unter Umständen eine kurze Verschlechterung der Symptome auftreten. Dies ist eine überschießende Reaktion des Körpers auf ein gut gewähltes homöopathisches Arzneimittel und kommt nur dann vor, wenn das Arzneimittel in der Potenz oder Gabenhäufigkeit nicht ganz passend für den Patienten ausgewählt wurde.

Während einer Erstreaktion / Erstverschlimmerung ruft das homöopathische Arzneimittel zusätzlich zu den bereits bestehenden Symptomen weitere, ähnliche Symptome hervor oder verschlimmert die bestehenden Symptome. Dies kann nur passieren, wenn die Symptome, die das gewählte Arzneimittel lindern oder heilen kann, den Krankheitssymptomen sehr ähnlich sind.

Muss ich als Patient mit einer solchen Erstreaktion / Erstverschlechterung rechnen?

Nein! In der Regel wird der Homöopath immer bestrebt sein, das homöopathsiche Arzneimittel so zu wählen, dass keine solche Erstreaktion / Erstverschlechterung eintritt. Selbst bei sehr empfindlichen Patienten kann dies in den meinsten Fällen vermieden werden. In einer Erstanamnese wird oft schnell klar, wie empfindlich ein Patient in der Regel auf Arzneistoffe reagiert. So kann der Homöopath das Arzneimittel entsprechend dosieren bzw. anpassen.

Was wenn es nun doch zu einer Erstreaktion / Erstverschlechterung kommt – bin ich dann noch kränker als vorher?

Nein! Die Erstreaktion / Erstverschlechterung hält meist nur sehr kurz an und bald darauf stellt sich dann auch die Besserung der Symptome ein.

Eine homöopathische Erstverschlimmerung ist KEIN Ausdruck für eine Gesamtverschlechterung des „Gesundheits- bzw. Krankheitszustandes“ (des Zustandes der Erkrankung) des Patienten.

Womit muss der Patient noch rechnen?

Während einer homöopathischen Behandlung kommt es nicht selten vor, dass alte Erkrankungen wieder auftreten – oder Erkrankungen, die lange schleichend im Hintergrund vorhanden waren sich doch wieder verschlechtern.

Ist das dann eine Verschlechterung des Gesunheitszustandes?

Nein!

Mohinder Singh Jus schreibt hierzu: „Während der homöopathischen Erstverschlimmerung werden die bestehenden Symptome intensiver. Alte Symptome, die der Patient möglicherweise schon vor Jahren erlebte, können zurückkehren. Dies deutet darauf hin, dass die Lebenskraft des Kranken noch immer die Last vergangener Krankheiten zu tragen hat, weil diese nur unterdrückt und nicht geheilt waren.“

Was ist wichtig bei einer Erstreaktion / Erstverschlimmerung?

Während der Erstverschlimmerung sollte man keine weiteren Gaben des homöopathischen Mittels einnehmen, ebenso nicht bei einer Besserung der Beschwerden. Hier gilt es zunächst einmal abzuwarten.

Was kann noch eine Erstreaktion auf ein homöopathisches Mittel sein?

Eine weitere Reaktion auf ein homöopathisches Arzneimittel – insbesondere in Akutfällen – ist ein tiefer, entspannender und fester Schlaf.

Auch Ausscheidungsreaktionen können unter Umständen nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels auftreten. Diese können sich sehr individuell einstellen – von tränenden Augen über Durchfälle bis zu Hautausschlägen. Auf die Möglichkeiten einer solchen Ausscheidungsreaktion werde ich Sie ganz individuell hinweisen. In der Regel verlaufen Ausscheidungsreaktionen so, dass sie den Patienten in seinem Wohlbefinden nur sehr wenig bzw. garnicht beeinträchtigen.