Behandlung der Nebennierenschwäche

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Die Nebennierenschwäche ist oft die Folge eines aus den Fugen geratenen Gleichgewichts verschiedener Systeme des Körpers.

Angefangen vom Darm, der einen Einfluss auf die Nebenniere haben kann, über die Bauchspeicheldrüse, die Hormondrüsen (geschlechtsspezifisch und im Zusammenhang mit der Schilddrüse). Alles bedingt sich gegenseitig – es ist nicht nur ein Organ betroffen – auch wenn sich die Symptome oft nur einseitig zeigen.

Bei der Behandlung der Nebennierenschwäche – oder Nebennierenerschöpfung spielen also eine Reihe von Faktoren eine Rolle.

Bei der Erschöpfung oder Schwäche der Nebennieren geht es nicht darum, dass Gewebe oder gar ein Organ zerstört wird. Daher lässt sich diese Erkrankung auch wieder regenerieren. Bei jedem Patienten gestalten sich die Symptome sehr individuell und können bis hin zum Burnout gehen. In der Regel ist es jedoch nicht so, dass Ruhe allein auch die Genesung bringt.

In der Regel erfordert der Genesungsprozess Geduld, Ausdauer und die Mitwirkung des Patienten.
Es wird sie auch bei dieser Erkrankung nicht geben …. die EINE PILLE, die alles wieder in Ordnung bringt.

Eine chronische Erkrankung ist immer die Folge von mehreren Faktoren, die im Leben schief gelaufen sind – angefangen von der Genetik, der Umweltbelastung, der Ernährung…. bis hin zur Übersäuerung des Gewebes.
Auch die Stressbelastung spielt bei fast jeder Erkrankung eine Rolle und ist oft genug der Faktor, der das gesundheitliche Gleichgewicht zum Kippen bringt.

Genauso individuell gestaltet sich der Prozess der Besserung der Symptome. Er ist abhängig davon, in welchem Stadium der Erkrankung sich der Patient befindet und ebenso in den meisten Fällen davon, welche unterhaltenden Faktoren beeinflusst werden können.

Diese Faktoren spielen bei der Nebennierenschwäche bzw. Erschöpfung eine Rolle und müssen in die Behandlung einbezogen werden:

Stressbelastung

Emotionale Stressfaktoren – dazu gehören Ehe,- Familien,- Finanzprobleme, Mobbing in der Schule oder auf der Arbeitsstelle, permanente Zeitprobleme, Stress mit Kollegen und dem Chef…. stellen oft eine unterhaltende Ursache dar, die eine dauerhafte Besserung des Zustandes verhindern können.

Auch der „selbst gemachte Stress“ durch eigene, sehr hohe Ansprüche, Perfektionismus oder wie schon angeführt, ein schlechtes Zeitmanagement spielen eine Rolle. Je höher die Ansprüche an sich selbst sind, desto größer ist die chronische Anspannung, die daraus entsteht und die dann einen starken, negativen Einfluss auf die Nebennieren ausübt.

Auch der Stress, der in den meisten Fällen völlig unbemerkt für den Patienten bleibt – dennoch aber im Körper abläuft – ist ein wichtiger Faktor.

Dazu gehören chronische (meist stille) Entzündungen, die sich häufig im Darm abspielen, eine Schwermetallbelastung, die nicht erkannt oder nicht ernst genommen wird, die Übersäuerung der Gewebe im Körper, ebenso wie chronische, entzündliche, Erkrankungen (rheumatische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Autoimmunerkrankungen…).

All diese Faktoren finden bei der Behandlung Beachtung und sollten im Laufe der Zeit verbessert werden.

Fehlende Ruhepausen

Regelmäßige Ruhe- und Erholungspausen sind eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass der Körper regenerieren kann. Jeder Mensch wird mit der Fähigkeit geboren, zu erkennen, wann das System eine Pause braucht. Kinder schlafen in diesem Fall einfach irgendwo ein. Diese Fähigkeit trainieren sich viele Menschen jedoch im Laufe ihres Lebens regelrecht ab.
Kennen Sie diese oder ähnliche Sätze?… ich muss noch…, ach – das mach ich noch schnell fertig (und dann sitzen Sie noch 2h) …, ich kann mich doch jetzt nicht setzen, alle anderen machen doch auch weiter…, meine ToDo-Liste ist noch soooo lang…, ich kann doch die anderen nicht warten lassen…, „Paula“ hat mich auch immer unterstützt – ich kann jetzt nicht nein sagen…, – nun, dann sind Sie zumindest in einer großen Gemeinschaft, aber leider nicht in „guter“ Gesellschaft.

Es ist heute garnicht mehr so einfach – ohne schlechtes Gewissen genügend Pausen zu machen – aber dies ist genau die Stelle, wo Sie ansetzen müssen – auch wenn es noch so schwer fällt. Ohne eine Veränderung in Ihrem Leben werden Sie an dieser Stelle nicht weiter kommen und schnell sind die Symptome wieder da.

Auch ein regelmäßiger, ausreichender und erholsamer Schlaf spielt eine wichtige Rolle. (Lesen Sie hierzu auch den Beitrag zu den Schlafstörungen.)

Ernährung und Vitalstoffe

Mit einer auf die Nebennierenschwäche angepassten Ernährung können Sie Ihrem Körper helfen, wieder auf die Füße zu kommen. Das Verhältnis zwischen Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen und Ballaststoffen sollte ausgewogen und auf diese Erkrankung abgestimmt sein.

Bei einer erschöpften Nebenniere lohnt es sich, die Ernährung anzupassen. Je besser Sie die Nebennieren entlasten, desto schneller kann sich das kleine Organ erholen. Um gut zu funktionieren, benötigt die Nebenniere bestimmte Vitalstoffe (Spurenelemente, Vitamine, Mineralstoffe). Sie alle sollten in ausreichender Menge in Ihrer Ernährung enthalten sein. Bei stark ausgeprägter Schwäche und entsprechenden Mangelzuständen sollten die entsprechenden Vitalstoffe zusätzlich durch Nahrungsergänzungsmittel aufgefüllt werden.

Auf Stimulanzien (wie Kaffee, Tee, Alkohol, …) sollten Sie verzichten und diese auch dann, wenn es Ihnen besser geht nur noch in Maßen genießen.

Bewegung

Mäßige Bewegung an der frischen Luft – genau das ist es, was Sie bei einer Nebennierenschwäche brauchen. Sind Sie bereits so erschöpft, dass dies nicht mehr möglich ist, stellen Sie sich 2mal täglich für mehrere Minuten ans offene Fenster und atmen Sie tief ein und aus. Beginnen Sie langsam, die Anforderungen an Ihren Körper zu erhöhen. Gehen Sie täglich ein kleines Stück spazieren aber achten Sie darauf, sich NICHT ZU ÜBERFORDERN!

Die körperliche Bewegung ist eins der effektivsten und ältesten Mittel um Stress abzubauen. Gleichzeitig fördert Bewegung die Kondition, unterstützt das Herz-Kreislaufsystem und bringt Sie einfach in Schwung. Selbst die Belastbarkeit gegenüber stressigen Situationen wird durch regelmäßige körperliche Bewegung gefördert. Der Organismus lernt wieder, besser mit allen möglichen Situationen umzugehen – sofern Sie achtsam mit ihm umgehen.

Unterstützung der Nebenniere

Nur bei einer völlig erschöpften Nebenniere rate ich zu Behandlungsbeginn zu unterstützenden Präparaten wie z.B. Cortisolcreme. Dies kann den Erholungsprozess enorm beschleunigen. Die Präparate sollten jedoch vorsichtig und individuell dosiert werden. Die Behandlung sollte jedoch auch nicht dauerhaft angewendet werden.

Präparaten mit stimulierender Wirkung wie z.B. Ashwagandha, Süßholz, Ingwer, Macapulver…. sollten nur bei einer leichten Nebennierenschwäche (Grad 1) eingenommen werden. Hier können diese Produkte durchaus hilfreich sein.
Bei einer stark ausgeprägten Nebennierenschwäche hingegen, kann es zwar anfangs zu einer Verbesserung der Symptome kommen, in der Folge kann es jedoch auch eher einem Therapierückschlag Vorschub leisten.

Ein stabiler Stoffwechsel gepaart mit einem gut konditionierten Körper sind eine gute Voraussetzung für ein gesundes Leben – doch daran jedoch muss jeder Mensch für sich täglich arbeiten…

„Das beste Projekt an dem du jemals gearbeitet hast, bist DU“   Philip Schmidt