Begleiterkrankungen Hashimoto

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Begleiterkrankungen der Hashimoto-Thyreoditis

Bei etwa 25% der Hashimoto-Patienten können unter Umständen auch folgende Begleiterkrankungen auftreten:

  • Nebennierenschwäche (Adrenal Fatigue)
    Die Nebennierenschwäche (Adrenal-Fatigue) beschreibt eine Erschöpfung der Nebennierenrinde als Folge von chronischem Stress. In dieser werden Mineralkorticoide, Glukocorticoide und Sexualhormone produziert.

Das wichtigste Hormon der Mineralkorticoide ist das Aldosteron, welches unter anderem den Wasserhaushalt im Körper regelt. 

Dieses Hormon hält das Wasser und Natrium zurück und reguliert somit den Blutdruck. Bei einer Nebennierenschwäche versagt dieses System, sodaß der Betroffene unter Schwäche und niedrigem Blutdruck leidet.

Das wichtigste Hormon der Glukocorticoide ist das Cortisol. Es gehört zu den Stresshormonen und dient unter anderem der Stressbewältigung. Bei einer Adrenal-Fatigue versagt auch dieses System und der Betroffene reagiert auf jede Stressreaktion mir Müdigkeit und Leistungsabfall
    http://www.hashimoto-info.de/begleiterkrankungen.html
  • Morbus Addison
    „Die autoimmune Erkrankung der Nebenniere (Morbus Addison) mit einer verminderten Bildung von körpereigenem Cortisol tritt gelegentlich zusammen mit einer Hashimoto Thyreoiditis. Darauf können allgemeine Schwäche, Salzhunger, niedriger Blutdruck, Braunfärbung der Haut und Bauchschmerzen hinweisen. Vor Beginn einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen muss dann der Cortisolspiegel im Blut normalisiert werden.“
    http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten
  • Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)
    Die Weißfleckenkrankheit, die Vitiligo, tritt oft in Kombination mit der Hashimoto Thyreoiditis auf. Gelegentlich wurde über Besserungen nach Normalisierung der Schilddrüsenhormone berichtet. Die Vitiligo führt zu einer Zerstörung der Pigmente in der Haut. Die Haut färbt sich weiß und ist bei Sonneneinstrahlung nicht mehr geschützt
    http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
    „Relativ häufig kommt es beim jugendlichen Diabetes (Typ-1-Diabetes) zu einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung. Dabei besteht zumeist erst der Diabetes und nach einem Intervall von mehreren Jahren tritt die Schilddrüsenerkrankung hinzu. Besonders Frauen die im Kindesalter an Diabetes erkrankten sind betroffen.
Bei vorher bestehender Autoimmunkrankheit der Schilddrüse tritt dagegen seltener ein späterer Diabetes auf.

Da etwa 10 bis 15 % aller Typ-1-Diabetiker im Laufe ihres Lebens eine behandlungsbedürftige Autoimmunthyreoiditis entwickeln, erscheint eine Routineuntersuchung aller Typ-1-Diabetiker auf Schilddrüsenantikörper ratsam.

Für den Diabetes Typ 1 sind spezielle Antikörper bekannt (GAD).

Zusätzliche Störungen des Zuckerstoffwechsels werden von einigen Hashimoto-Erkrankten berichtet, ohne dass ein Diabetes vorliegt. Häufig kommt es dabei nach reichhaltigen Mahlzeiten zu Unterzuckerungen, infolge einer übermäßigen Insulinausschüttung. Traubenzucker oder Fruchtsäfte können den zu niedrigen Blutzuckerspiegel schnell wieder in den Normalbereich anheben. Bei gehäufter Unterzuckerung sollte der Blutzuckerspiegel und das HBA1c im Blut überprüft werden.

Risiko an Diabetes zu erkranken bei einem erhöhten HbA1c-Wert:

2,9 bei einem HbA1c-Wert zwischen 5,0 und 5,4 %,
12,1 bei einem HbA1c-Wert zwischen 5,5 und 5,9 %,
29,3 bei einem HbA1c-Wert zwischen 6,0 und 6,4 %,
28,2 bei einem HbA1c-Wert zwischen 6,5 und 6,9 % und
81,2 bei einem HbA1c-Wert von 7,0 % oder darüber

Eine Insulinresistenz tritt gelegentlich bei Hashimotoerkrankten auf. Hierbei ist zwar die Menge an körpereigenem Insulin normal, nur die Zellen können auf das Insulin nicht mehr entsprechend reagieren. Der Körper versucht dies durch eine erhöhte Insulinproduktion auszugleichen. Gleichzeitig besteht häufig Übergewicht und ein zu hoher Cholesterinspiegel. Eine Insulinresistenz kann in einen Diabetes Typ 2 übergehen und sollte durch einen erfahrenen Arzt behandelt werden. Ziel muss eine Gewichtsabnahme sein, die bei Menschen mit Schilddrüsenkrankheiten durch einen angepassten Schilddrüsenhormonersatz unterstützt werden muss. Die Insulinresistenz ist keine eigene Autoimmunerkrankung. Sie ist rückbildungsfähig. Zur Sicherung der Diagnose sollte ein Blutzuckerbelastungstest und eine Insulinbestimmung erfolgen.“
http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheite

  • Rheumatische Erkrankungen
    Rheumatische Erkrankungen wie die primär chronische Polyarthritis und Spondylarthropathien können kombiniert mit der Hashimoto Thyreoiditis auftreten. Auch eine Kombination mit Lupus erythematodes, dem Sjoegren Syndrom oder anderen Kollagenosen ist möglich.
    http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten
  • Chronische Hepatitis
    Ebenfalls eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielt offenbar die Leberentzündung vom Typ C (Hepatitis C)
    http://www.netdoktor.de/krankheiten/schilddruesenentzuendung/hashimoto-thyreoiditis/
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) und Collitis ulcerosa
    „Menschen mit einer Hashimoto Thyreoiditis erkranken häufiger als gesunde Menschen an entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Zöliakie. Bei chronischen Durchfällen ist deshalb eine Darmspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben notwendig. Untersuchungen auf spezifische Antikörper werden empfohlen. Hinweise für eine Colitis ulcerosa können erhöhte Entzündungswerte im Blut sein.

Die Zöliakie (auch als Sprue bezeichnet) kann durch Blähungen und Durchfall auffallen. Der Nachweis kann durch die Bestimmung von Antikörpern im Blut und eine Dünndarmbiopsie erfolgen (Gewebeentnahme durch Darmspiegelung). Mit einer glutenfreien Kost ist sie meist gut behandelbar.“
http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten

Die mikroskopische Kolitis ist klinisch durch das Auftreten von chronischen, wässrigen Durchfällen charakterrisiert. Sie findet sich gehäuft in Assoziation mit Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie, aber auch Diabetes mellitus Typ 1, M. Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis und rheumatischen Erkrankungen. Makroskopisch stellt sich die Kolonmukosa unauffällig dar, mikroskopisch lassen sich zwei Typen unterscheiden:

  • Kollagene Kolitis
  • Lymphozytäre Kolitis

Die Ursache dieser Erkrankung ist bisher nicht bekannt; Einflüsse, z.B. durch bestimmte Medikamente (NSRA) werden vermutet. Die Symptome bestehen in chronischen Durchfällen ohne Blut- oder Schleimbeimengungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Abdominalbeschwerden.“
https://www.dzg-online.de/autoimmunerkrankungen.349.0.html

  • Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)
    Die Laktoseintoleranz ist im eigentlichen Sinne keine Erkrankung – siehe die Milchlüge
    https://www.dzg-online.de/assoziierte-erkrankungen.393.0.html/i>
  • Fructoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit)
  • Morbus Crohn (entzündliche Darmerkrankung)
  • Urtikaria
    Auch eine Nesselsucht kann bei Krankheitsbeginn häufiger aufgetreten. Ein Ersatz fehlender Schilddrüsenhormone kann bei Erkrankten mit chronischer Urtikaria und Hashimoto Thyreoiditis zu einer Besserung oder einem Verschwinden der Hautprobleme führen. Auch bei normalen Schilddrüsenhormonen im Blut kann die Einnahme von Schilddrüsenhormonen die Urtikaria zum Verschwinden bringen. Eine künstliche Schilddrüsenüberfunktion sollte jedoch vermieden werden.
    http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten
  • Perniziöse Anämie
    Neben einer Blutarmut kann es zu Magenbeschwerden und Zungenbrennen kommen. Auch Schwäche, Müdigkeit, Durchfall und Atemnot sowie neurologische Störungen können auftreten. Zur Diagnose ist die Bestimmung von Antikörpern gegen Parietalzellen und Intrinsicantikörper im Blut richtungsweisend.
    http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten
  • Rosacea
    „Gelegentlich findet sich eine chronische Hautentzündung, die mit Antibiotikacreme oder -Tabletten behandelt werden kann.

Die Krankheit zeigt sich durch rötliche Papeln überwiegend im Gesicht. Bei Genuss von Alkohol, stark gewürzten Speisen, emotionaler Erregung und beim Betreten warmer Räume kann es zu einer starken Rötung des Gesichtes kommen. Die Diagnose und Behandlung erfolgt durch den Hautarzt.“
http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten<

  • Vitalstoff-Mangelerscheinungen
    Mangel an:

    • Vitamin B12
    • Vitamin D
    • Eisen
    • Selen
    • Zink
  • Augenprobleme
    • Tränende Augen, Augenbrennen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen
    • Fremdkörpergefühl in den Augen, Druckgefühl hinter dem Auge
    • geschwollene Augenlider, hochgezogenes Augenlid, seltener Lidschlag
    • trockene Augen, Hornhautentzündungen, Bindehautentzündungen
    • Hervortretende Augen (Exophthalmus), mangelnder Lidschluss
    • Doppelbilder, Augenmuskelprobleme, Sehstörungen
    • selten: schwere Beeinträchtigung des Sehvermögens durch Schädigung des Sehnerven

Als Begleiterscheinung der Augenproblematik können Kopfschmerzen auftreten
http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/augenerkrankung

  • Progesteronmangel/Östrogenüberschuss, PCO

Ein Ungleichgewicht der Sexualhormone wirkt sich ungünstig auf die Funktion der Schilddrüsenhormone aus. Somit werden die Autoimmunerkrankungen auch durch Störungen der weiblichen Hormone beeinflusst.
Durch einen Östrogenüberschuss wird die Anzahl der Bindungseiweiße erhöht und die SD-Hormone werden stärker gebunden und weniger an die Organe abgegeben.
http://www.schilddruesenguide.de/sd_sexualhormone.html 

  • Lipödem 
  • HPU/KPU (Hämopyrrollaktamurie/)
    HPU ist eine gehäuft in der Familie auftretende, genetisch bedingte oder erworbene Stoffwechselstörung
    Symptome:
    Chronische Beschwerden:

    • Fingernägeln, die weiße Flecken haben
    • Kaum Erinnerung an das was geträumt wurde
    • Schwangerschaftsstreifen (Striae)
    • Blasses Gesicht/blasse Haut
    • Knie- und Gelenkbeschwerden
    • Nahrungsmittelunverträglichkeiten /Allergien
    • Magen-Darmerkrankungen (z.B. morgendliche Übelkeit/Schwangerschaftsübelkeit)
    • Überempfindlichkeit auf Licht, Gerüche oder Geräusche
    • Migräne
    • Zyklusbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten, Anomalien, PMS-Syndrom, Unfruchtbarkeit
    • Hypoglykämie, Diabetes Typ2
    • Autoimmunerkrankungen (insbesondere Hashimoto-Thyreoditis und biliäre Zirrhose)
    • Anämie, Eosinophilie
    • Abhängigkeiten
    • Stressintoleranz
    • ADS, ADHS
    • Psychische Probleme (Ängstlichkeit, Depression, Stimmungsschwankungen, Bipolarität)
    • Multiple Sklerose
      Die Hashimoto-Thyreoditis verläuft entzündlich und wird ebenso wie MS durch T-Zellen ausgelöst. Da oft mehrere Autoimmune Erkrankungen miteinander auftreten können, besteht auch hier ein Zusammenhang.
    • Kollagenosen (Raynaud-Syndrom, Sklerodermie…)

Nachfolgend sind einige Symptome aufgeführt, die auf weitere Autoimmunkrankheiten hinweisen können.

  • blutiger Durchfall ⇒ Colitis ulcerosa, Morbus Crohn
  • Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, übel riechender und grau gefärbter Stuhlgang ⇒ Zoeliakie
  • Häufiges Stolpern, Blutarmut, Schwäche, Zungenbrennen ⇒ Perniziöse Anämie
  • Gewichtsabnahme, Durst ⇒ Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • fleckige Entfärbung der Haut ⇒ Vitiligo (Weißfleckenerkrankung)
  • Schmetterlingsförmiger roter Ausschlag im Gesicht, Fieber, Gelenkschmerzen ⇒ Lupus Erythematodes
  • Gelenkschmerzen mit oder ohne Rheumafaktoren ⇒ Rheumatische Erkrankung
  • Muskelschwäche die auch nach Einstellung der Schilddrüsenwerte bestehen bleibt ⇒ Myasthenia gravis
  • Dunkelfärbung der Haut, Schwäche ⇒ Morbus Addison (Autoimmunerkrankung der Nebenniere)
  • juckende Hautquaddeln ⇒ Urtikaria
  • kreisrunder Haarausfall ⇒ Alopecia areata
  • Fieber, Husten, Lymphknotenschwellung ⇒ Sarkoidose
  • Pilzbefall von Haut und Schleimhäuten ⇒ mucocutane Candidiasis
  • blasenbildende Hauterkrankung ⇒ Pemphigoid
    http://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/zusatzkrankheiten

Hashitoxikose

Die Hashitoxikose ist sozusagen der „große Bruder“ der autoimmunen Schilddrüsenstörung. Hier sind nicht nur zwei Antikörperarten beteiligt sondern: Anti-TPO und TG-AK, AK des Morbus Basedow, die TSI oder Antikörper gegen Thyreoidea stimulierendes Immunglobulin.

Die AK gegen TSI greifen den TSH-Rezeptor an, so dass die SD übermäßig viele SD-Hormone produziert.
Bei den Betroffenen finden sich zwei Spektren der SD-Erkrankung: Hashimoto-Thyreoditis und Morbus Basedow. Auch die Schwankungen auf Grund der verschiedenen Antikörperangriffe können sich verstärken.

Hier sollte nach den Symptomen dosiert werden. Die medikamentöse Einstellung dieser Patienten ist sehr schwierig.

Unfruchtbarkeit – Zusammenhang zu Schilddrüsenproblemen

„Wenn die Schwangerschaft ausbleibt, kann auch eine Störung der Schilddrüse vorliegen.

Sowohl eine Überfunktion (Hyperthyreose) als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) können die Empfängnis negativ beeinflussen und bewirken, dass das lang ersehnte Wunschkind ausbleibt. Denn die Schilddrüsenhormone steuern alle wichtigen Vorgänge im Körper, auch die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. Schilddrüsen- und Sexualhormone wie das Östrogen stehen miteinander in einem engen Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Geraten die Schilddrüsenhormone aus dem Gleichgewicht, hat dies Auswirkungen auf die Eizellreifung und den Zyklus. Die betroffenen Frauen werden seltener schwanger. Kommt es trotzdem zur Empfängnis, führt insbesondere eine Überfunktion in den ersten Monaten häufig zu einer Fehlgeburt.

Insgesamt sind etwa zehn Prozent der ungewollt kinderlosen Frauen von einer Schilddrüsenstörung betroffen.

Meist handelt es sich dabei um eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Auch schon diskrete oder schlafende Unterfunktionen (latente Hypothyreose) können sich negativ auswirken auf die Fruchtbarkeit auswirken. Schilddrüsenantikörper und Hashimoto-Thyreoiditis können bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch signifikant häufiger festgestellt werden als bei Frauen, die problemlos schwanger werden.“
http://www.schilddruesenzentrum-koeln.de/index.php/wissenswertesschilddruese/80-mitglieder-des-schilddruesenzentrum-koeln-ev/rund-um-die-schilddruese/81-schilddruese-und-kinderwunsch-schwangerschaft 

Schilddrüsenhormone stehen mit anderen, insbesondere den Sexualhormonen in ständigem Austausch. Die richtige Menge an Schilddrüsenhormonen ist für die normale Funktion der männlichen Hoden und weiblichen Eierstöcke unerlässlich. Zu viele (Überfunktion) oder zu wenige (Unterfunktion) dieser Hormone können in beiden Fällen die Fruchtbarkeit von Mann und Frau beeinträchtigen.

Sind die Schilddrüsenwerte nicht optimal, können sie nicht nur zur Unfruchtbarkeit der Eltern, sondern auch zu Fehl- oder Frühgeburten und weiteren Komplikationen führen, die sich möglicherweise negativ auf die Intelligenz des Kindes auswirken.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Progesteronmangeln und Östrogendominanz?
In der Praxis von Prof. Dr. Ingrid Gerhard, Fachärztin für Gynäkologie betreut in ihrer Praxis sehr viele Patienten, bei denen ein deutlicher Zusammenhang zwischen einer Hashimoto-Thyreoditis und einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz festzustellen ist.

Hier der Auszug eines Interview’s von Prof. Dr. Gerhard mit Prof. Dr. Schulte-Übbing:

Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?

Prof. Schulte-Übbing führt aus: „Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.“
Diese Therapie wirkt besonders gut bei hohen Antiköper-Ausgangswerten.

Leider gibt es zu diesem Thema noch keine größeren Studien. Diese Angaben beruhen lediglich aus Praxisbeobachten der beiden o.g. Frauenarztpraxen.

Prof. Gerhard: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?

Prof. Schulte-Übbing: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.

Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.

Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?

Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hashimoto-thyreoiditis-ganzheitliche-therapie/