Fruktoseintoleranz

© 123rf.com/profile_Serg_v‘>Serg_v / Text hinzu gefügt von Sabrina Pfützner

Was ist eine Fructose-Intoleranz?

Wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird, bezeichnet man dies als Fructose-Intoleranz.

Dies äußert sich in den meisten Fällen durch Symptome wie:

  • Blähungen,
  • Durchfälle oder auch Verstopfungsneigung,
  • Übelkeit und
  • Bauchschmerzen, insbesondere nach dem Verzehr von Früchten.

Die Erkrankung wird oft mit einem Reizdarm-Syndrom verwechselt und daher oft erst spät diagnostiziert.

Unter Umständen können auch Symptome wie:

  • Sodbrennen
  • Reflux
  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Schwindelgefühle
  • Kopfschmerzen
  • Wetterfühligkeit
  • Infektanfälligkeit
  • die Neigung zur Depression bzw. Depressionen
  • Mangel an Mikronährstoffen

im Zusammenhang mit einer Fructose-Intoleranz stehen. Natürlich müssen nicht immer alle Symptome bei jedem Patienten auftreten. Oft ergibt die Gesamtheit der Symptome dann ein Bild, dass auf eine Fructose-Intoleranz hinweist. Auch die Schwere der Symptome ist von Patient zu Patient unterschiedlich und individuell.

Fructose ist enthalten in:

  • Früchten
    • und in sämtlichen Produkten, die Früchte enthalten (Obstkuchen, Marmelade, Fruchtjoghurt, Trockenfrüchte und Ähnliches)
  • in Diabetiker-Produkten
    • viele Light-Produkte enthalten Fructose
  • in Süßungsmitteln
    • z.B. im Maissirup
    • Agavendicksaft
  • in allen mit Haushaltszucker (Zucker) gesüßten Produkten
    • der normale Haushaltszucker besteht zu 50% aus Glucose, zu 50% aus Fructose!
  • in den löslichen Ballaststoffen Pektin, Inulin und Oligofructose
    • hierzu gehören der Schleim von Flohsamen und Leinsamen
    • von den Gemüsen haben Kartoffeln (1,3g/100g), Wirsing (1,0g/100g) und Rosenkohl (1,1g/100g) die meisten löslichen Ballaststoffe
    • weiterhin haben Haferspeisekleie mit einem Wert von 8,2g pro 100g und Hafer (4,4g je 100g) hohe Werte
    • bei den Hülsenfrüchten liegen Kidneybohnen mit einem Wert von (5,5g/100) am weitesten vorn

Quelle: http://www.gmf-info.de/ballaststoffe.pdf

  • in Sorbit
    • und allen Produkten, die damit gesüßt sind
    • Achtung, Sorbit ist auch oft in Zahncreme enthalten!

Fructose-Intolaranz kann vererbt oder erworben sein

Die vererbte Form der Fructose-Intoleranz ist recht selten und kommt nur bei einem von 20.000 Kindern vor. Die Kinder leiden dann schon sehr früh an ersten Unverträglichkeiten, Erbrechen, Durchfällen und auffälligen Entwcklungsstörungen.

Diese Art der Fructose-Intoleranz beruht auf einem Enzymdefekt und zählt zu den Stoffwechselerkrankungen. In dem Fall ist eine strenge Diät unumgänglich.

Die meisten Menschen leiden jedoch an einer erworbenen Form der Fructose-Intoleranz, die erst im Laufe ihres Lebens auftritt und Beschwerden macht.

Bei der erworbenen Form der Fructose-Intoleranz handelt es sich um eine Resorptionsstörung. Das heißt, dass der Körper nicht mehr fähig ist, die Fructose über die Darmschleimhaut in die Blutbahn aufzunehmen.

Im Normalfall wird die Fructose über die Dünndarmschleimhaut ins Blut aufgenommen und zur Energiegewinnung des Körpers zur Verfügung gestellt.

Die Dünndarmschleimhaut verfügt daher über bestimmte Proteine für den Transport der Fructose (GLUT-5-Proteine). Diese transportieren die Fructose aus dem Dünndarm in die Dünndarmschleimhaut. Auf der Außenseite des Dünndarms befinden sich weitere Transportproteine (GLUT-2), die die Fructose aus der Dünndarmschleimhaut ins Blut transportieren.

Bei einer Fructose-Intoleranz ist das GLUT-5-Transportersystem mehr oder weniger defekt. Die Fructose kann nicht mehr aus dem Dünndarm in die Dünndarmschleimhaut transportiert werden und gelangt so im Verdauungstrakt weiter in den Dickdarm. Dort wird sie von den Darmbakterien fermentiert, das zur Gasbildung und den damit verbundenen Blähungen und Bauchschmerzen führt.

Mögliche Folgen einer Fructose-Intoleranz:

Wird die Fructose-Intoleranz schnell erkannt, helfen oft einfache Ernährungsumstellungen noch.

Je nach Länge der Erkrankung nehmen die Heftigkeit der Beschwerden und die Schäden im Darm zu, was zu weiteren Intoleranzen führen kann, denn:

  •  im Darm befinden sich die Zellen, die das Enzym Lactase bilden, welches für den Abbau der Lactose zuständig ist
    • sind diese Zellen beschädigt, kommt es zur Lactose-Intoleranz
  • und im Darm befinden sich auch die Zellen, die für den Histaminabbau zuständig sind und Diaminoxydase bilden
    • sind diese Zellen beschädigt, kommt es zur Histamin-Intoleranz

Es können allerdings auch beide Zellarten von den Schädigungen betroffen sein.

Was ist eine Dünndarmfehlbesiedlung?

Eine Dysbiose im Dünndarm (das heißt eine falsche Zusammensetzung der Bakterien, die den Darm besiedeln) gilt als häufigste Ursache für eine Fructose-Intoleranz. Die Dysbiose im Dünndarm entsteht dadurch, dass Bakterien aus dem Dickdarm im Dünndarm angesiedelt sind. Dies ist normalerweise nicht der Fall. Eine Fehlbesiedlung dieser Art wird als Dünndarmfehlbesiedlung bezeichnet (DDFB). Hat sich die DDFB erst einmal entwickelt, kann es auch ohne dass Sie vorher Fructose gegessen haben zu Beschwerden kommen, die sonst nur nach dem Verzehr von fructosehaltigen Lebensmitteln auftreten.

Diese Tatsache verschleiert die bestehende Fructose-Intoeranz mitunter und somit wird diese oft nicht oder erst sehr spät erkannt. Eine Dünndarmfehlbesiedlung muss nicht immer mit einer Fructose-Intoleranz zusammen auftreten, und sie kann zu einem falsch positiven Atemtest auf Fructose-Intoleranz führen.

Auch wenn die Dysbiose nicht die Ursache sein sollte, führt sie doch zumindest bei jeder bestehenden Fructose-Intoleranz zu einer Verschlechterung der Erkrankung.

Eine Dysbiose kann zur Schwächung des Immunsystems führen, woraus wiederum weitere Folgeerkrankungen entstehen können.

Der Fructose-Intoleranztest

Beim Atemtest wird die Menge des Wasserstoff in der ausgeatmeten Luft gemessen. Wasserstoff entsteht in der Atemluft wenn die Fructose erst im Dickdarm statt im Dünndarm verstoffwechselt wird. Da der Wasserstoff dann teilweise von der Dickdarmschleimhaut absorbiert wird, gelangt er in die Lunge von wird von dort ausgeatmet.

Zu beachten ist, dass der Test nur Sinn macht, wenn in den 4 Wochen vor dem Test weder eine Colon-Hydrotheraphie noch eine Darmspiegelung durchgeführt wurden und auch kein Antibiotikum eingenommen wurde.

Diese drei Faktoren können dazu führen, dass die wasserstoffproduzierenden Bakterien abgetötet wurden oder zumindest drastisch reduziert wurden und somit ein falsch negativer Befund entsteht.

Den Test auf Fruktose-Intoleranz biete ich auch in meiner Praxis an.

Mögliche Ursachen der Fructose-Intoleranz

  • Infektionen
  • Antibotikaeinnahme
  • Schädigung der Darmschleimhaut
  • Candidabesiedlung
  • chronische Belastungen aller Art wie z.B. auch: ungünstige, ungesunde Ernährung und anhaltende Stresssituationen

Ganzheitliche Maßnahmen:

  • homöopathische Behandlung mit dem individuell passenden Arzneimittel
  • Ernährungsumstellung
  • Stuhlanalyse / Behandlung des Darms
  • Entsäuerung
  • Feststellung und Behebung von Vitalstoffmängeln

Bei Fragen wenden Sie sich jederzeit gern an mich. Sie erreichen mit per Mail (praxis(at)gesundes-menschenleben.de) oder telefonisch unter: 030 – 81 04 39 89

Ihre Heilpraktikerin Sabrina Pfützner

Quellen: http://www.gmf-info.de/ballaststoffe.pdf, Akademie der Naturheilkunde